Spotify vs. Schallplatten

Mit Spotify wird man als Musiker*in in der Schweiz nicht sehr reich. Der Umsatz für einen gestreamten Song ist sehr klein. Das spüren auch die Bands Dachs und Elio Ricca aus St.Gallen im Portemonnaie. Beide sind auf Spotify vertreten. Sie sehen den Streamingdienst als Werbemittel, um Menschen an ihre Konzerte zu locken. Dachs und Elio Ricca erzählen ihre Erfahrungen mit Spotify, Social Media und sehen in die Zukunft.
Bei den Mundartmusikern Lukas Senn und Basil Kehl (Dachs) liegen vereinzelt noch ein paar Vinyl-Platten zu Hause herum. Kehl hört diese manchmal noch. Er kauft Platten aber eher als Geste. Für ihn ist der Besitz der Platte massgebend und weniger das Hören der Musik. Die meiste Zeit konsumieren die zwei Musik auf Spotify. Elio Ricca setzt da lieber auf die altbekannten CDs und nutzt nur selten Streamingdienste wie Spotify. Dachs und Elio Ricca verkaufen dennoch CDs und Platten an ihre Fans. Viele davon bringen sie nicht weg. Ihre Fans hören ihre Musiker eher auf Spotify, iTunes oder Youtube.

Die Sonnen- und Schattenseiten von Spotify
Auf Spotify können Songs geliked werden und die Anzahl der monatlichen Hörer*innen ist in der App ersichtlich. Für Dachs sei diese Zahl nur eine Zahl. Sie haben im Verlauf ihrer Musikkarriere gelernt, dass sie diese Anzahl nicht als persönliche Wertung sehen dürfen. Sie legen viel mehr Wert auf erfolgreiche Konzerte. Für Lukas Senn ist es viel wichtiger ein erfolgreiches Konzert zu geben als eine hohe Anzahl an Hörer*innen auf Spotify.
Dachs sowie Elio Ricca verdienen umgerechnet etwa 0.005 Franken für jeden gestreamten Song. Für Basil Kehl ist das eine krasse Vorstellung, aber es sei einfach eine Tatsache. Dachs sowie Elio Ricca sind auf Spotify angewiesen um neue Hörer*innen zu gewinnen. Es sei fast nicht möglich, nicht auf Spotify vertreten zu sein, meint Kehl. Das Duo hält den Streamingdienst aber für ein geeignetes Werbemittel um die Menschen auf ihre Musik aufmerksam zu machen.
«Eigentli nöd so toll. », findet Ricca die App Spotify. Die Streamingsdienste findet er grundsätzlich eine gute Sache. Man könne viele Lieder suchen und kann die Songs auf einen Klick anhören. Die Auszahlungen von Spotify an die Musiker*innen seien aber zu tief. Aus diesem Grund wünschen sich Elio Ricca und noch viele andere Künstler*innen eine bessere Bezahlung von Spotify.
Wie wichtig ist ein Instagram Account?
Ein Handy ohne einen registrierten Account auf Instagram, Facebook oder Snapchat ist in der heutigen Welt fast unvorstellbar. Viele Handybesitzer sind in den sozialen Netzwerken angemeldet und vernetzt mit der ganzen Welt. Nun setzen auch viele Musiker*innen auf Social Media, um sich und ihre Musik zu präsentieren. Die Band Dachs ist auf Instagram und Facebook zu finden. Sie nutzen Social Media vor allem um Informationen an ihr Zielpublikum zu bringen. Senn empfinde ein leichtes Verpflichtungsgefühl gegenüber den Sozialen Netzwerken, erklärt er im Interview. Er sieht die Social Media Sache eher als ein Müssen und weniger als Spass. Instagram und Facebook sei für Dachs ein Ort um Reaktionen von Fans zu bekommen.
«Wir sind etwas Social Media scheu.», schätzt Ricca sich und seinen Band Kumpel Philipp Meienhofer ein. Die Band ist ebenfalls auf Instagram und Facebook vertreten. Online aktiv sind sie weniger. Sie haben Mühe mit dem ständigen posten von Bildern und Videos. Der Sänger hatte für ihren Instagram Account extra einen Ipod Touch gekauft, da er noch ein altes Handy besass. Auch Ricca verspürte den Druck der Massen und so registrierte sich das Duo Elia Ricca auf Instagram.

Was wird die Zukunft bringen?
«Es wird alles etwas schneller gehen.» So stellt sich Basil Kehl die Zukunft der Musikbranche vor. Die Leute werden schnell vergessen und die Künstler*innen müssen immer mehr liefern, fügt Senn hinzu. Es sei auch nicht sehr förderlich für die Qualität der Musik. Aus diesem Grund probiert das Duo Dachs einen Mittelweg zu gehen. Sie probieren in diesem Wandel trotzdem sich selbst zu sein. Elio Ricca kann sich die Zukunft der Schweizer Musikbranche nicht richtig vorstellen. Der Sänger habe sich schon viel überlegt, was die Zukunft der Musik bringen werde. Er kann sich gut vorstellen, dass Social Media noch mehr an Bedeutung bekommt. Ebenfalls denkt er: «Einfacher werde die Musikbranche bestimmt nicht, eher schwieriger.»
Fabienne sieht die Zukunft vorher
Ab und zu nutze ich die kostenlose Version von Spotify. Die App an sich finde ich sehr praktisch. Man kann sich sehr viele Songs anhören und Playlists erstellen. Im Grossen und Ganzen stimme ich Dachs und Elia Ricca zu. Die Welt will immer noch besser und schneller werden. Mit Spotify ist der schnelle Zugang zur Musik gewährleistet. Deshalb denke ich die Streamingdienste werden die Schallplatten und CDs endgültig verdrängen. Für mich wäre das ein harter Schlag ins Gesicht, denn ich bin eine begeisterte Plattenliebhaberin.
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