«E-Sport ist der Sport der Zukunft»

Die Spuren des E-Sport reichen bis in die 50er Jahre zurück. Dazumal wurden die ersten kompetitiven Games wie Tic-Tac–Toe für den Computer entwickelt. Heute ist in der Schweiz jede dritte Person eine Gamerin oder ein Gamer. Der E-Sport boomt und das auch in der Schweiz. Manuel Oberholzer der MYI Entertainment Agentur und Stefanie Holenweg, die Moderatorin und Social Media Managerin von esports.ch, geben einen Überblick über den elektronischen Sport.
«Der Wille zum Sieg und sich mit anderen Menschen zu messen, war schon immer im Menschen drin», erklärt Stefanie Holenweg. Bei E-Sport Wettkämpfen kann man gegeneinander antreten. International boomt der elektronische Sport sehr. Die Anzahl der Zuschauenden an E-Sport Turnieren soll in den nächsten Jahren stark zunehmen. In der Schweiz geht alles etwas langsamer zu und her. Die E-Sportszene stecke noch in den Kinderschuhen, meint Stefanie Holenweg. Das Potenzial der Schweiz sei sehr gross und in den nächsten Jahren werde das Ganze nochmals anders aussehen, fügt Manuel Oberholzer hinzu.
Praktischer Vorteil in Zeiten von Corona
In der Schweiz gibt es einige Events, LAN Parties und Messen für E-Sportler*innen und Interessierte. Durch die Corona–Pandemie mussten viele Events dieses Jahr abgesagt werden, so auch die bekannte LAN-Party in Arbon am Bodensee.
Die Gaming-Messe «Herofest» in Bern hat eine Alternative gefunden und wird im Oktober eine neue Form annehmen. Die Organisierenden bereiten ein Programm mit Inhalten über E-Sports, Gaming und Cosplay vor. Die Zuschauenden können während neun Tagen die Messe online ansehen. Für Stefanie Holenweg ist der Livestream ein Vorteil gegenüber dem nicht-elektronischen Sport. Auch in Zeiten von Corona können die Leute digital am Anlass dabei sein und mitfiebern. Ausserdem können die Besuchenden und E-Sportler*innen sich die Zeit für den Weg einsparen. Sie können bequem von zu Hause aus online zusehen und mitmachen. Das Online-Gaming ist auch praktisch für Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung. Im E-Sport bekommen diese Leute eine Chance im Sport vorne mit dabei zu sein. Ebenfalls viele verletzte Sportler*innen, die ihre Karriere aufgeben mussten, steigen später in den E-Sport ein, erklärt Manuel Oberholzer.

Die Erfolgssträhne des E-Sport in der Schweiz
Die Home of E-Sports AG hat den Formula E Rennfahrer Sébastien Buemi zum neuen Markenbotschaftler ernannt. Dazu kündigt das Unternehmen an zwölf neue Standorte in der ganzen Schweiz in den nächsten drei Jahren zu bauen. An diesen Orten soll ein Platz für alle Game-Enthusiasten und E-Sportler*innen geschaffen werden. Mit diversen Konsolen und Computern wird eine Gameworld kreiert. Das Schweizer Unternehmen will mit diesem Projekt das Thema E-Sport massentauglich machen.
Auch in der Ostschweiz wird der E-Sport erfolgreicher. Im Januar 2019 fand eine LAN-Party mit über 600 Gamerinnen und Gamer in der OLMA-Halle statt. Im Flon gibt es auch immer wieder die Gelegenheit gegeneinander anzutreten bei «Smash Bros». Im Oktober ist der nächste Game-Event im Flon geplant.
Der Sport der Zukunft
Für Manuel Oberholzer und Stefanie Holenweg ist eines klar. Der E-Sport wird der Sport der Zukunft sein. Laut ihnen wird es aber immer Luft nach oben und Verbesserungsmöglichkeiten geben. Stefanie Holenweg erklärt, dass im E-Sport Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) in Zukunft noch präsenter sein werden. Beide sind der Meinung, dass es den nicht–elektronischen Sport braucht. «Der Sport ist nicht ersetzbar und er wird in Zukunft parallel weitergehen», meint Stefanie Holenweg. Professionelle E-Sportler*innen müssen körperlich fit sein und brauchen den körperlichen Ausgleich.

Fabienne sieht die E-Sport Zukunft vorher
Mit E-Sport habe ich nicht viel am Hut und ich wusste zu Beginn gar nicht, was E-Sport war. Ich ahnte, dass es etwas mit Sport zu tun hat, aber mehr konnte ich mir nicht vorstellen. Durch die Gespräche mit Manuel Oberholzer und Stefanie Holenweg durfte ich viel Neues lernen. Mit meinem neuen Wissen denke ich ebenfalls, dass der E-Sport der Sport der Zukunft ist. Die Welt wird immer digitaler und das Angebot an digitalen Möglichkeiten ist sehr breit. Der nicht-elektronische Sport wird ein bestehender Bestandteil der Zukunft bleiben. Die Menschen brauchen den körperlichen Ausgleich und so stimme ich den zwei E-Sport Profis zu.
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